Literarisches dreesen-lesen Rätsel

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Mit diesem nun sechsten Rätsel endet unser literarisches dreesen-lesen Sommerrätsel für dieses Jahr. Wir bedanken uns bei den vielen Teilnehmern aus nah und fern. Quer durch die Republik haben sich Menschen am Rätsel beteiligt. Zeitweise lagen wir im Webranking auf Platz zwei nach den literarischen Sommerrätseln der Süddeutschen und vor der TAZ. Wir hoffen, es hat Ihnen Spaß gemacht und Ihrem Sommer den ein oder anderen literarischen Impuls gegeben. Auf dieser Webseite (und natürlich in unserem Newsletter) erfahren Sie, wenn es wieder ein literarisches dreesen-lesen Rätsel gibt. Ihnen alles Gute und bis bald bei
dreesen-lesen Die Buchhandlung.

Aus unserem Archiv zurückliegender literarischer dreesen-lesen Rätsel:

bibliothek_sofabild_450.jpgArchiv 09.08.2020: Literarisches dreesen-lesen Sommerrätsel 2020 (6 von 6):

Die Frage: Im letzten Sommerrätsel 2020 suchen wir einen „Autor“, der gar keiner ist. Und das kommt so: Der Text/das Buch, das ihn zumindest in Deutschland und Europa berühmt gemacht hat, wurde zwar in der Ich-Form als Tagebuch geschrieben, aber nicht von ihm. Der wirkliche Autor ist bis heute nicht eindeutig zu bestimmen. Überhaupt ist den wenigsten Menschen bekannt, dass der Held der Geschichte, und diesen suchen wir, eine wirkliche historische Persönlichkeit war.

Als Landadliger trat er jung seinen Dienst an einem deutschen Adelshof an. Dort sah er einer grandiosen Karriere entgegen, zumal sein Dienstherr die Thronfolgerin eines (damals wie heute) bedeutenden Landes heiratete. Der gesuchte „Autor“ hat viel Zeit in Kasernen verbracht und leistete, wie damals üblich, seinen Militärdienst. Auch auf dem Kriegsfeld. Ein Putsch stürzte seinen Dienstherren und er musste auf das väterliche Gut nach Deutschland zurückkehren. Er begann, bei gesellschaftlichen Zusammenkünften seine „Abenteuer“ zu erzählen und dafür wurde er sehr geschätzt. Seine erste Ehe hielt 40 Jahre, war glücklich, jedoch kinderlos.

Als seine Frau starb, beging er einen folgenschweren Fehler und heiratete seine damals 20-jährige Patentochter. Er selbst war schon über 70 Jahre alt. Kurz nach der Hochzeit reichte er jedoch schon wieder die Scheidung ein. Der folgende langwierige Scheidungsprozess kostete ihn fast sein ganzes Vermögen. Findigen Scheidungsanwälten verdankt er seinen uns heute immer noch bekannten Spitznamen. Sie wollten ihn als Beklagten wohl als unehrlich darstellen, um für ihre Mandantin möglichst viel herauszuholen.

Seine „Anekdoten“ wurden zunächst in England veröffentlicht. Bis heute gibt es viele Spielfilme, Bücher und auch einige Theaterstücke über ihn bzw. seine „Geschichten“. Er selber war sehr verletzt über seinen schlechten Ruf und starb mit 77 Jahren. Er begründete ein besonderes literarisches Genre. Wer war’s? Und wie lautete sein Spitzname?

Tipp: mit einem bisschen „Zeit“ lässt sich die Antwort vielleicht schneller finden.

Die Antwort: Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen hat tatsächlich gelebt und ist nicht etwa nur eine literarische Figur gewesen. Er wurde vor genau 300 Jahren geboren (11. Mai 1720). Als Landadliger kam er aus dem Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg. Wir kennen ihn heute als Baron Münchhausen, oder besser noch als den Lügenbaron. Auch wenn er den damit verbundenen Ruhm und das Interesse an seinen Abenteuergeschichten genossen haben dürfte, sein Ruf als Lügenbaron hat ihn schon sehr gewurmt

Die richtige Antwort haben Sie uns bis Samstag 15.08. an info(at)dreesen-lesen.de mit dem Betreff "Lösung Sommerrätsel 6/6" gesendet. Am Sonntag darauf gab es dann hier an dieser Stelle die Auflösung. Montags ziehen wir unter den jeweils richtigen Einsendungen der vergangenen Woche den Gewinner/die Gewinnerin und informieren Sie noch am gleichen Tag. Und zum Schluss, ebenfalls am Montag den 17.08.2020 gab es dann noch eine Sonderverlosung Sechs Richtige unter denjenigen, die alle 6 Rätsel richtig bis zum jeweiligen Stichtag beantwortet haben. Und zu gewinnen gibt es: Lassen Sie sich überraschen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Spaß!

Archiv 02.08.2020: Literarisches dreesen-lesen Sommerrätsel 2020 (5 von 6):

Die Frage:  Die Autorin, die wir diesmal suchen, hatte keinen leichten Start ins Leben. Sie verlor mit 4 Jahren ihre Mutter. Nach diversen Privatschulen wendete sie sich früh dem Schreiben zu und konnte schon 1916 ein Gedicht bei einem berühmten Magazin veröffentlichen. Gemeint ist nicht die Vogue, für die sie ebenfalls arbeitete. Sie gründete einen Literaturzirkel und machte das Hotel, in dem man sich traf, weltberühmt. Sie schrieb mit sehr spitzer Feder, auch Kurzgeschichten und Theaterstücke, sowie Drehbücher für Hollywood und Theaterkritiken. Herausragend war ihr Engagement für die Geschlechtsgenossinnen (den Begriff mochte sie) und für Minderheiten. Ihr politisches Engagement z.B. gegen Nazi-Deutschland und ihre Arbeit als Korrespondentin im spanischen Bürgerkrieg brachten ihr auch Nachteile. Zum Ende ihres Lebens vererbte sie ihr Vermögen u.a. an die NAACP. Wer war’s? Bitte Vor- und Nachnamen.
Fürs Fleißkärtchen und außer Konkurrenz: Bei einer schlimmen Katastrophe verlor sie ihren Onkel, der einen weltbekannten Nachnamen trug. Wie hieß er?

Die Antwort:  Die gesuchte Autorin ist Dorothy Parker (1893 – 1967). Sie schrieb in den USA viele Gedichte, Kurzgeschichten und Theaterstücke. Ihre Anliegen waren der Kampf der Geschlechter und die gesellschaftliche Stellung von Minderheiten. Sie veröffentlichte in Magazinen wie Vanity Fair und Vogue und arbeitete nicht nur als Autorin, sondern auch als Theater- und Literaturkritikerin. Sie war bekannt und gefürchtet für ihre scharfe Zunge und den Sarkasmus, mit dem sie Missstände aufspießte. In der McCarthy-Ära landete sie prompt auf der schwarzen Liste. Sie war eine geborene Rothschild. Ihr Onkel, Martin Rothschild, kam an Bord der Titantic ums Leben.

 

 

Archiv 26.07.2020: Literarisches dreesen-lesen Sommerrätsel 2020 (4 von 6):

Die Frage:  Gesucht wird eine deutschsprachige Autorin, die in einem bezogen auf Frauenrechte lange Zeit rückständigen Land sehr behütet und mit viel Bildung aufwuchs. Sie heiratete einen Juristen und wurde nicht so recht glücklich in dieser Ehe. Eine ihrer Verwandten wurde die erste Juristin ihres Landes. Als sie im späteren Alter erkrankte, ließ sie sich von der ersten Medizinerin ihres Landes behandeln. Wir kennen sie heute nur als Autorin eines berühmten Mädchenschicksals. Wer war’s? Bitte Vor- und Nachnahme der Autorin. Für’s Fleißkärtchen und außer Konkurrenz: Um welches Buch handelte es sich?

Die Antwort: Natürlich war es Johanna Spyri, eine Jugendbuchautorin aus der Schweiz mit ihrem Werk „Heidi“. Die erste promovierte Juristin der Schweiz war übrigens ihre Nichte Emilie Kempin-Spyri. „Heidi“ ist mehrfach verfilmt worden und läuft heute noch hin und wieder im Fernsehen, gerade wieder. Wussten Sie, dass ihr Werk in mehr als 50 Sprachen übersetzt wurde?

 

Archiv 19.07.2020: Literarisches dreesen-lesen Sommerrätsel 2020 (3 von 6):

Die Frage: Welcher Autor und Friedensaktivist gewann den „Man Booker International Prize“ oder wie er heute heißt “ International Booker Prize“ aus einer Nation, die weit von friedvollen Verhältnissen entfernt ist? Der Autor kämpft weiterhin für den Frieden, auch wenn er persönlich einen sehr schlimmen Verlust ertragen musste. Bitte Vor- und Nachnahme dieser Person. Alice Munroe war es nicht. Die hat den Preis 2009 bekommen, war in unserem Sommerrätsel aber schon mal dabei.

Die Antwort: Gesucht wurde der israelische Schriftsteller David Grossmann. Den International Booker Prize haben 2017 die Übersetzerin Jessica Cohen und er für die englische Fassung seines Romans „A Horse Walks Into a Bar“ bekommen. In „Kommt ein Pferd in die Bar“ macht er die vielen ungelösten Probleme Israels zum Thema und verleiht der allgegenwärtigen Gewalt im Land eine Stimme mit einem Humor, bei dem das Lachen im Halse stecken bleibt. Es ist das erste Mal, dass der Preis an einen israelischen Autor ging. Sein persönlicher Verlust: Er verlor seinen zweiten Sohn zwei Tage vor Ende des Libanonkrieges 2006.

Archiv 12.07.2020: Literarisches dreesen-lesen Sommerrätsel 2020 (2 von 6):
Die Frage:  Welcher literarischen (also nicht historischen) Person wurde als einziger bisher die Ehre zuteil, in der rennomierten New York Times einen Nachruf auf der Titelseite zu erhalten?
Bitte Vor- und Nachnahme dieser Person.

Die Antwort: Am 06. August 1975 verkündete ein Artikel auf der Titelseite der New York Times: „Hercule Poirot is dead – Famed Belgian Detective“. Sogar mit Foto. Stellt sich die Frage, wer da wohl abgebildet war, denn natürlich ist Hercule Poirot eine literarische Figur, keine historische. Tatsächlich hat Agatha Christie das Ende ihres langjährigen Protagonisten schon viel früher verfasst. Geschrieben hat sie diesen 33.ten ihrer Poirot Romane noch zu Kriegszeiten und ihn gewissermaßen für später in den Tresor gelegt. Dort lag er 30 Jahre, bevor sie ihn dann zur Veröffentlichung 1974 freigab, als sie das Schreiben als dann 84-Jährige aufgeben musste. Agatha Mary Clarissa Christie starb im Januar 1976.

Archiv 05.07.2020: Literarisches dreesen-lesen Sommerrätsel 2020 (1 von 6):
Die Frage: Das diesjährige Gastland der Frankfurter Buchmesse hat viele gute Autorinnen und Autoren hervorgebracht. Eine davon hat nur einen einzigen Roman geschrieben, und dennoch eine der wichtigsten Auszeichnungen der Literaturszene bekommen. Allerdings nicht für ihren Roman. Sie hat es nicht so mit viel und langen Worten. Wie lautet ihr Vor- und Nachnahme?

Die Antwort: Es handelt sich um Alice Munroe, eine kanadische Schriftstellerin, die 2013 den Literaturnobelpreis erhielt. Sie hat tatsächlich Bestseller geschrieben, ihr Hauptwerk besteht aber aus ca. 150 Kurzgeschichten. Sie wird gefeiert für ihre Wortwahl und auch für die Struktur ihrer Geschichten. Sie beginnt oft völlig unerwartet und entwickelt ihre Geschichte von dort aus vorwärts oder auch schon mal rückwärts.

 

Literarisches dreesen-lesen Osterrätsel 2020 (1 von 3): "Was stimmte mit der Heiratsurkunde von Agatha Christie mit Max Mallowan nicht?" Die richtige Antwort lautet: Beide haben beim Alter gelogen und falsche Angaben gemacht, um den Altersunterschied zu verbergen. Max war 14 Jahre jünger als Agatha.

Literarisches dreesen-lesen Osterrätsel 2020 (2 von 3): "Gesucht ist der Name einer deutschen Schriftstellerin. Nicht irgendeiner, sondern der ersten, die vom Schreiben leben konnte, u.a. mit dem ersten Bestsellerroman. Wie ist ihr Name und wie lautet ihr berühmtestes Werk?" Noch eine kleine Zusatzfrage (für's Fleißkärtchen gewissermaßen und außer Konkurrenz): Wer war ihre bekannteste Abonnentin? Ein Tip: Sie kannte Bettina von Arnim und Clemens Brentano.

Antwort: Gesucht wurde die Großmutter von Bettina von Arnim und Clemens Brentano: Marie Sophie von La Roche (1730 - 1807), Deutschlands erste Bestsellerautorin. Sophie von La Roche war häufig die Erste: Ihre "Geschichte des Fräuleins von Sternheim" (1771) war der erste deutsche Bestsellerroman. Sie setzte Meilensteine des Journalismus und brachte 1783 ihre Frauenzeitschrift "Pomona für Teutschlands Töchter" heraus, eine Sensation. Bis dahin wurden Damenjournale nur von Männern erstellt. Sie drückte aus, was viele Frauen dachten und fand damit internationale Resonanz - so las beispielsweise auch Katharina die Große "Pomona". Diese hatte für ihren Hofstaat gleich 500 Exemplare geordert. Damit wäre auch die Frage nach ihrer bekanntesten Abonnentin geklärt. Heute erinnert sich kaum noch jemand an sie.

Literarisches dreesen-lesen Osterrätsel 2020 (3 von 3): "Gesucht wird ein bekannter deutscher Autor. Er wurde mit Literaturpreisen überhäuft. Das, was ihm in seiner Kindheit widerfahren ist und die Taste Ihrer Fernbedienung mit der Beschriftung "mute" haben die gleiche Wortherkunft. Er stammt aus dem Rheinland. Finden Sie heraus, wie er heißt."

Die richtige Antwort dazu lautet: Hanns-Josef Ortheil. Er ist Schriftsteller, Drehbuchautor und gebürtig aus Köln. Mit der "mute"-Taste auf Ihrer Fernbedienung schalten Sie auf stumm. Mutismus ist psychogenes Schweigen, der Wortstamm aus dem Lateinischen: mutus = stumm, Mutismus = Stummheit.

Hanns-Josef Ortheil hat bis zu seinem siebten Lebensjahr kein Wort gesprochen, er ist mit 3 Jahren verstummt. Hintergrund dazu ist das Verstummen seiner Mustter nach dem Verlust von insgesamt vier Söhnen, was sie immer schweigsamer hat werden lassen. Er ist das fünfte Kind seiner Eltern. Sein erster Satz soll nach eigener Aussage "Gib' mal her!" gewesen sein, als er beim Fußballspielen den Ball für sich reklamierte. Die Gewinner dieses Rätsels werden wir Montag benachrichtigen.