"Unser Buch der seltsamen Dinge" von Jennie Godfrey

Was für ein wundervolles Debüt der jungen englischen Autorin Jennie Godfrey. Da sind die Sunday Times und ich einmal einer Meinung, denn obwohl die Autorin total unbekannt in Großbritannien war, kletterte ihr Roman auf Anhieb auf Platz 3 der Bestsellerliste.

Der Leser*in findet sich in Yorkshire der Thatcher Ära wieder. Diese Zeit war für die einfache Bevölkerung in den ländlichen Gebieten eine extrem schwere Zeit, da viele Lebensumstände brutal verändert wurden. Viele Sicherheiten brachen weg. Zu dieser Zeit brachte ein Massenmörder, von der Presse Yorkshire – Ripper getauft, Angst und Schrecken über die weibliche Bevölkerung. In dieser Situation wächst die 12-jährige Miv bei ihrer Familie auf. Allerdings hat die Mutter das Sprechen eingestellt und der Vater will unbedingt seinem Leben entkommen und spricht ständig von Umzug. Alle diese Umstände bedrohen Mivs Welt und wäre da nicht ihre beste Freundin Sharon, sähe es für das Mädchen sehr schlecht aus. Ihre Freundschaft ist den beidem die wichtigste Stütze in ihrer kleinen Welt. Da Miv unbedingt dort wohnen bleiben will, kommen die beiden auf die irrsinnige Idee, den Ripper selber zu fassen und so den Veränderungen zu entgehen.

Das  Buch ist weder ein Krimi, noch eine zeitgenössische Abhandlung, sondern ein mit verrückten (schräg-englischen) Ideen gespickter Roman über die Macht von Freundschaft, Zuneigung und den gemeinsamen Kampf gegen die Widrigkeiten des Lebens.  Herzerwärmend durch die Augen einer Zwölfjährigen geschrieben. Der wunderbar poetische Erzählstil hebt sich fantastisch von den bedrückenden Tatsachen ab und beim Lesen kann man sowohl Tränen vergießen, als auch sich gruseln oder schmunzeln über die Fantasie der Kinder. Unbedingt mit Tee und Keksen genießen, bitte!!

PS. Zum Schluss bekommt man auch die Erklärungen  für das Verhalten von Mutter, Vater und Tante. Alle Fäden werden verknüpft!!!

Viel Lesespaß wünscht Petra Dreesen